Warum ich nicht kostenlos arbeite

Eigentlich dürfte es niemanden verwundern, dass ich für meine Dienstleistung Geld  haben möchte. "Geld gegen Ware" verstehen ja auch die meisten. Und doch passiert es gar nicht so selten, dass ich entweder für "Referenzen" arbeiten soll (das ist eine umständlichere Formulierung für umsonst) oder zumindest aufgrund der "zu erwartenden Folgeaufträge" erheblich im Preis runtergehen soll. Das sind allerdings zwei Paar Schuhe, daher möchte ich auf beide kurz getrennt eingehen.

Sollte ich kostenlos arbeiten

Die amerikanische Illustratorin Jessica Hische hat die Antwort (bzw. die verschiedenen Antworten) in ihrer Grafik besonders schön dargestellt. Patrick G. Stoesser hat die Grafik wiederum (mit Erlaubnis der Urheberin, versteht sich) ins Deutsche übersetzt. Das Fazit ist ziemlich einfach: Für die eigene Mutter ist kostenloses Arbeiten selbstverständlich, für gute Freunde oder eine am Herzen liegende NRO (Nichtregierungsorganisation) auch gerne, für alle anderen gilt: Geld gegen Dienstleistung!

Sollte ich Rabatt geben?

Bei dem Thema ist meine Antwort kein klares „Nein“, sondern ein „Es kommt darauf an“. Ich verbringe einen Großteil meiner Arbeitszeit mit Akquise, Rechnungsstellung und anderen administrativen Tätigkeiten, die vielleicht für zukünftige Aufträge sorgen, aber im Moment erst einmal kein Geld in meine Kassen spülen.


Allerdings muss das Angebot wirklich attraktiv sein, damit ich einen Mengenrabatt geben kann. Das pure Versprechen auf zukünftige Aufträge genügt nicht! Zu diesen Aufträgen kommt es nämlich nie, außerdem möchte ich nicht zukünftig noch mehr für Leute arbeiten, die gar nicht bereit (oder in der Lage?) sind, meine Arbeit zu bezahlen.


Aber: Wenn mir eine Auftraggeberin oder ein Auftraggeber eine entsprechende Auslastung über den Verlauf mehrerer Monate garantiert (schriftlich und mit Vertrag), dann kann ich im Preis durchaus entgegenkommen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Sandra (Dienstag, 24 Februar 2015 10:55)

    Eine wirklich interessante Grafik und wirklich gut verfasst, wie ich finde. Mit Witz und Charme wird hier zur hoffentlich richtigen Lösung geleitet.

    Besonders gut gefällt mir der Teil mit "..ist es für deine Mutter" ;) Wer kennt das nicht?

    Ich denke, dass ist eine Grafik die wirklich weiter helfen kann, gerade wenn man neu in der Branche ist, da hier auch auf einige Tricks hingewiesen wird. Ich persönlich werde sicherlich noch öfter auf die Grafik zurück greifen ;)