Drei Monate Weihnachten feiern

Bild: Stefan Bayer / pixelio.de
Bild: Stefan Bayer / pixelio.de

 

Es ist soweit, Weihnachten ist da, und bald ist es auch schon wieder vorbei, damit wir uns auf das nächste Jahr freuen können. Wer aber von Weihnachten (oder von Geschenken oder von beiden) nicht genug bekommen, kann, den darf ich mit einer guten Nachricht erfreuen: Weihnachten lässt sich verlängern (und die Geschenkeausbeute optimieren), mit der richtig geplanten Reiseroute rund durch Europa (auf Reisen in ferne Länder verzichte ich aus Umwelt-, Zeit- und Kostengründen). Und los geht’s!


1. Der Start ist in den Niederlanden, und zwar bereits am 5. Dezember: Für dieses Jahr kommt der Tipp zu spät, aber nächstes Jahr sind Sie vorbereitet. In den Niederlanden werden die Geschenke schon am Vorabend des Nikolaustags vom Sinterklaas gebracht. Dieser wohnt im Gegensatz zu den meisten Weihnachtsmännern nicht da, wo es kalt ist, sondern in Spanien (kluges Kerlchen), reist mit dem Schiff an und nutzt ein Pferd zur Geschenkeausgabe, keinen Schlitten mit Rentieren (gibt es in Spanien ja auch nicht).

 

Alexandra H. / pixelio.de
Alexandra H. / pixelio.de

2. Der 24. Dezember dürfte klar sein. Hier gibt es noch die Wahl zwischen Weihnachtsmann oder Christkind, je nach Wohnort und Familientradition. Der Weihnachtsmann reist traditionell mit Rentierschlitten und wohnt im hohen Norden (zur Auswahl stehen Finnland und der Nordpol). Das Christkind kommt vom Himmel herab und reist allein (ist ja auch eine Frau, hüstel). Beide sprechen sich offensichtlich zur gegenseitigen Arbeitsentlastung ab, wobei das Christkind sich in der Regel nicht zeigt, der Weihnachtsmann mitunter sogar an der Haustür klopft.

Auch in Skandinavien gibt es am 24. Dezember die Geschenke. Laut den Finnen wohnt der Weihnachtsmann in Finnland, da ist die Chance auf ein frühes Geschenk vermutlich recht hoch. Er wird dort Joulupukki genannt (und hat sogar eine Frau). In Schweden klopft der Tomte an die Tür. In Norwegen kommt der Weihnachtsmann wohl nicht vorbei, dort bringt eine Art Hauszwerg, der Julenisse, Geschenke. Dieser wohnt das ganze Jahr bei „seiner“ Familie, dort dürfen Sie daher wohl nichts erwarten (wenn Sie nicht zur Familie gehören).

 

3. Wer am 24. nicht so lange feiert, kann es am Morgen des 25. Dezember in Frankreich oder Großbritannien versuchen. Hier haben Père Noël bzw. Father Christmas in der Heiligen Nacht die Geschenke nur noch in den Schornstein geworfen (vermutlich müde von der vielen Klopferei bei uns und in Skandinavien). Diese werden gleich morgens als erste Tat ausgepackt, zeitig aufstehen heißt daher die Devise.

 

Bild: Alexandra H. / pixelio.de
Bild: Alexandra H. / pixelio.de

4. Jetzt heißt es ausruhen bis zum Sektschlürfen am 31. Dezember, und dann geht es dieses Jahr an Silvester mal nach Russland. Dort kommt in der Silvesternacht Väterchen Frost vorbei, zur Abwechslung mit einem blauen Mantel bekleidet und in Begleitung seiner Enkeltochter (spricht sehr dafür, dass auch der russische Weihnachtsmann eine Frau hat). Ausgepackt werden die Geschenke am Morgen des 01. Januar.

 

5. Wieder ein paar Tage Pause, und dann geht es nach Spanien oder Italien. In Spanien bringen die Heiligen Drei Könige am 06. Januar die Geschenke am Abend auf ihren Kamelen (diese haben schließlich auch dem Christuskind seine Geschenke gebracht). Nach Italien hat sich die (gute) Hexe Befana verirrt und bringt ebenfalls am Abend des 06. Januar auf ihrem Besen die Geschenke. (Eigentlich wollte sie die Heiligen Drei Könige begleiten, kam aber zu spät und konnte diese nicht mehr finden – kein Wunder, sie sucht ja auch im falschen Land.)

 

6. Und wer jetzt noch nicht genug hat, der kann am 21. Februar noch einmal nachfassen, wo wir begonnen haben. Im Norden der Niederlande feiert man statt Sinterklaas oder Weihnachten Sint-Piter. Den abgelegenen Fischerort Grou hat der Nikolaus alias Sinterklaas angeblich verpasst, und dafür im Februar seinen Bruder Piter als Ersatz geschickt.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0